Das stetige Steigen der Krankenkassenprämien


Ein ewiges Thema. Und nicht sehr beliebt – wohlweislich bei keinem Schweizer Bürger, welcher monatlich Krankenkassenprämien bezahlt. Sie steigen jährlich. Man kann ihnen im inneren Auge zusehen, wie sie nach oben steigen. Gleich einem Börsenkurs – doch dieser kann auch mal sinken, was bei Krankenkassenprämien heutzutage nicht mehr passiert. Und dazu darf ich Dir nun auch eine kleine Anekdote erzählen.


Ich bin von Natur aus ein Mensch, der nicht gerne zum Arzt geht. Vielleicht ist es das Gefühl zu wissen, dass mir gesundheitlich oder körperlich etwas fehlt, oder auch einfach die Atmosphäre am Ganzen, das ungeduldige, gar ruhelose Warten im Wartezimmer. Gemeinsam mit anderen Patienten, die einen laut vor sich hin hustend, die anderen sonst zu tode betrübt, auf den weiss gekittelten Mann (oder die Frau) bangen um dann zu erfahren was einem fehlt oder zu viel im Körper steckt.

Ich fühle mich in der Regel gesund und munter, tue auch viel für meine Gesundheit und das Wohlbefinden (dazu gehören auch das Recherchieren und Studieren von Gesundheitsthemen), aber in den letzten 3 Wochen war ich sage und schreibe 4 mal beim weissen Kittel. Einmal Blutabnahme zur Untersuchung. Einmal Analyse und weitere Abnahmen zum Einschicken. Wieder Analyse, um zu hören, dass ich nichts habe (obwohl das Blutbild anfangs was anderes sagte)… Sprich, ich bin gegangen, weil mein Körper gelegentlich seltsame Symptome und Schmerzen signalisierte und schlussendlich muss ich hören, dass ich nichts habe. Und dafür bin ich 3-mal gerannt und habe insgesamt über CHF 500.00 zahlen müssen – ALSO meine Krankenkasse. Ursprünglich wollte ich ja zum Naturheilpraktiker…


Und nun letzte Woche noch einmal – bei einem anderen Weisskittel. Eigentlich mit dem Vorhaben eine Miniwarze an meiner Fusssohle zu entfernen. Ich habe schon von verschiedenen Leuten gehört, dass man die ohne weiteres herausschneidet. Dafür braucht es eine Konsultation. Was ich getan habe. Und dann das grosse Staunen. Man behandle das mit einer Tinktur welche ich 2-mal täglich auf die Warze mache und dann 4 Tage vor der nächsten Konsultation mit einem Pflaster, welche die Haut um die Warze herum weich mache, damit man diese abschaben kann. Diese Behandlung – so erzählte ich der Frau Doktor Weisskittel – habe ich vor 6 Jahren an eben dieser Warze bereits gemacht und seither auch immer wieder probiert und das hat keinen Erfolg gezeugt. Genau wie das Enteisen und herausschaben etc. auch nicht – manch einer mag nun sagen, KIND warum wartest Du 6 Jahre bis Du Dich an eine Fachperson wendest – aus EBEN genau diesem Grund: ich habe die Warze selber behandelt und dann erst noch mit derselben Methode wie die Frau Doktor Weisskittel mir nun auferlegt. NUR ist die Behandlung bei mir GRATIS gewesen.

Beim neuen Termin abmachen bei der MPA habe ich gefragt, wie viele Konsultationen denn für die Entfernung meiner Miniwarze nötig wären und diese antwortete mir kühn: es gäbe schon solche, die bis zu 10 mal vorbeikommen…


BITTE WAS?!?


Und nun meine Frage an Dich: WUNDERT es uns jetzt noch, dass die Krankenkassenprämien Jahr für Jahr steigen? Mich grad überhaupt rein gar nicht mehr! Nein. Ich finde es gerechtfertigt von den Krankenkassen! Ehrlich! DAS Problem – so sehe ich das nun deutlich – liegt nicht NUR daran, dass die Menschheit immer kränker wird, sich zu wenig um ihre Gesundheit kümmert und zu sehr dem Geld nachrennt. Es liegt ganz eindeutig auch an den Mentalitäten unserer Dr. Weisskittelträger! Aber wirklich! Wenn die uns für eine Miniwarze bis zu 10-mal zu sich rufen – dann halleluja! Klar, das sichert ihnen den Umsatz und das Einkommen – schön und gut. Und wer zahlt schlussendlich wieder alles? Der Konsument, der Endverbraucher, der Normalsterbliche – entweder mit der Krankenkassenprämie (die jährlich ansteigt) oder wenn diese nicht zahlt, über die eigene Kasse. Und der "Normalbürger in der Schweiz hat keine Chance. Der Arzt hat gesagt, ich muss für eine Miniwarze 10-mal kommen, bis sie weg ist. Was der Arzt sagt, dass stimmt und so gehe ich 10-mal und bezahle 10-mal. Wie bei der Blutuntersuchung, da gehe ich 3, 4-mal hin, zahle über CHF 500.00 und weiss danach gleich viel wie vorher?!? Beim Naturheilpraktiker wäre ich evtl. 5, 6-mal gewesen, hätte vielleicht auch nie erfahren was ich genau hatte, aber ich würde dann immerhin wissen, was ich nehmen oder tun soll, um es nicht wieder zu bekommen / erleben!


Ich finde das nicht Recht. Ich finde es frech. Ich gehe jetzt noch einmal viel weniger gern zu einem Arzt als vor dieser Erkenntnis. Und ich bin kein Simulant und auch nicht sonderlich wehleidig, aber dieses Gesundheitssystem macht mich krank – auch wenn ich schon froh um die Krankenkasse war oder die Fachkompetenz eines Dr. Weisskittels, aber so kann das nicht weiter gehen.


Es mag pragmatisch sein, meine Meinung, es mag etwas verzerrt sein und es kann durchaus sein, dass ich die Tiefen eines / unseres Gesundheitssystemes nicht kenne, kapiere oder sehe, aber jeder der sich etwas Gedanken ums Leben in der Schweiz macht, sieht das doch auch oder?!?


Etwas geht hier nicht auf. Und ich behalte lieber meine Warze, als bis zu 10 Konsultationen und damit eine erhebliche Belastung für die Krankenkasse zu erdulden. Ich mag nicht Grund der nächsten Steigung der Krankenkassenprämie sein. Jawohl nämlich! NICHT WEGEN MIR!

Ich geh Sport machen.


P.S: seit 4 Monaten sind wir als Fitnessstudio übrigens Krankenkassen anerkannt :-)

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